Atyrau kämpft mit Milliardenloch – Sozialprojekte in Kasachstan drohen zu scheitern
Paul MüllerAtyrau kämpft mit Milliardenloch – Sozialprojekte in Kasachstan drohen zu scheitern
Die Region Atyrau, ein zentraler Geldgeber für den kasachischen Staatshaushalt, steht vor einem schweren finanziellen Engpass. Die Krise hat die lokalen Behörden in die Lage versetzt, grundlegende soziale Verpflichtungen nicht mehr erfüllen zu können. Abgeordnete der Region haben nun offizielle Schritte eingeleitet, um das Problem zu lösen.
2026 überwies Atyrau 262,4 Milliarden Tenge an den Republikhaushalt – ein Anstieg von 47 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch beläuft sich der eigene Haushalt der Region für das laufende Jahr auf 1,1455 Billionen Tenge. Doch bereits in den ersten vier Monaten fehlten 80 Milliarden Tenge an Einnahmen.
Im vergangenen Jahr hatte Atyrau zwar höhere Einnahmen als erwartet erzielt, doch 22,6 Milliarden Tenge blieben ungenutzt. Davon waren 7,1 Milliarden für Bauprojekte und 6,7 Milliarden für die Landwirtschaft vorgesehen. Zudem sanken die gezielten Zuweisungen an die Region drastisch: von 71 Milliarden Tenge im Jahr 2023 auf nur noch 13 Milliarden im Jahr 2026.
Abgeordnete des Maschilis-Parlaments, die Atyrau vertreten, haben eine offizielle Anfrage an den Ministerpräsidenten gerichtet. Sie fordern eine Überprüfung der Mittel, die 2026 aus dem Regionalhaushalt umgelenkt wurden. Zudem verlangen sie eine Reform der Methodik zur Berechnung des Steueraufkommens von Geberregionen.
Präsident Kassym-Schomart Tokajew führte kürzlich eine Telefonkonferenz mit den Gouverneuren durch, darunter auch dem von Atyrau. Er betonte die Notwendigkeit neuer Ansätze für die regionale Entwicklung. Zudem wies der Präsident die Gouverneure an, den Bau sozialer Infrastruktur für Kinder und Jugendliche zu beschleunigen.
Die finanzielle Belastung der Region wirft Fragen nach der Unterfinanzierung wichtiger Projekte auf. Die Abgeordneten drängen auf Änderungen, um den Haushaltsdruck auf Atyrau zu verringern. Die Forderung des Präsidenten nach schnellerem Ausbau der sozialen Infrastruktur unterstreicht die Dringlichkeit, die Krise zu bewältigen.
