Asylanträge sinken 2024 drastisch – doch die Regierung setzt auf umstrittene Grenzkontrollen
Ida SchmitzAsylanträge sinken 2024 drastisch – doch die Regierung setzt auf umstrittene Grenzkontrollen
Asylanträge in Deutschland seit 2024 stark rückläufig – besonders spürbar in Deutschland und Österreich
Die beiden Länder hatten einst 80 Prozent aller in der EU unter Schutz gestellten Syrer aufgenommen. Der Migrationsforscher Gerald Knaus hat nun die Gründe für den Rückgang analysiert – und die Reaktion der Regierung darauf scharf kritisiert.
Der Rückgang der Asylzahlen setzte nach tiefgreifenden politischen Veränderungen in Syrien ein. Wie Knaus darlegt, führte der Zusammenbruch des Regimes von Baschar al-Assad im Dezember 2024 dazu, dass weniger Menschen aus dem Land flohen. Diese Entwicklung – und nicht die europäische Migrationspolitik – sei der Hauptgrund für den Rückgang, so der Experte.
Trotz des Rückgangs führte die deutsche Bundesregierung im Mai 2025 an den Binnengrenzen Zurückweisungen ein. Auf Anordnung von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) richteten sich die Maßnahmen gegen Asylsuchende, die aus Österreich, Polen und der Schweiz einreisten. Knaus verurteilte die Praxis als wirkungslos und rechtlich fragwürdig – eine Form der „symbolischen Politik“.
Die Strategie der Zurückweisungen war bereits 2015 von der rechtspopulistischen AfD vorgeschlagen worden. Knaus zufolge hat sie kaum Einfluss auf die Migrationsbewegungen, verstößt jedoch gegen EU-Recht. Zudem zweifelt er an ihrer langfristigen Tragfähigkeit und bezeichnet sie als „nicht nachhaltig“.
Während die Asylzahlen in Deutschland weiter sinken, bleiben die Grenzkontrollen der Regierung umstritten. Knaus betont, dass der Rückgang vor allem auf die veränderte Lage in Syrien zurückzuführen sei – und nicht auf verschärfte europäische Maßnahmen. Die Debatte über die Rechtmäßigkeit von Zurückweisungen wird voraussichtlich anhalten.






