ARD testet 30-minütige Tagesschau – kann das die Zuschauer zurückgewinnen?
Miriam AlbrechtARD testet 30-minütige Tagesschau – kann das die Zuschauer zurückgewinnen?
Die ARD testet derzeit eine längere Version ihrer Hauptnachrichtensendung Tagesschau. Im Rahmen des Versuchs wird die Ausstrahlung von 15 auf 30 Minuten verlängert – zunächst in der Hauptsendezeit am Montagabend um 20:15 Uhr. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund sinkender Zuschauerzahlen des klassischen 15-Minuten-Formats in den vergangenen fünf Jahren.
Laut ARD-Programmdirektor Jörg Schönenborn soll die verlängerte Sendedauer globale Ereignisse stärker mit dem Alltagsleben verknüpfen. Er hofft, dass die Änderung dazu beitragen könnte, das Vertrauen in die Medien zu stärken und neue Zuschauer zu gewinnen. Zudem solle das erweiterte Format eine ausgewogene Mischung aus großen Nachrichtenthemen, persönlichen Perspektiven und praxisnahen Bezügen bieten.
Doch nicht alle stehen hinter der Umstellung. Einige Journalisten zweifeln daran, ob eine längere Sendedauer die Herausforderungen der Sendung löst, und betonen, dass es stattdessen auf die Qualität und nicht auf die Dauer ankomme. Andere befürchten, dass der 30-Minuten-Slot das Abendprogramm der ARD durcheinanderbringen könnte. Kritiker verweisen zudem darauf, dass moderne Zuschauer eher kurze, abrufbare Nachrichtenformate bevorzugen als fest terminierte Sendungen.
Der Testlauf ist vorerst befristet, und die ARD hat noch nicht entschieden, ob das längere Format dauerhaft eingeführt wird. Die Zuschauerzahlen der letzten Jahre zeigen einen deutlichen Rückgang bei der 15-Minuten-Version – ein Trend, der die allgemeinen Veränderungen im Nachrichtenkonsum widerspiegelt.
Das Experiment soll klären, ob eine halbstündige Tagesschau den Zuschauerverlust umkehren und sich an veränderte Sehgewohnheiten anpassen kann. Bis auf Weiteres bleibt die künftige Länge der Sendung offen: Die ARD wird Rückmeldungen und Einschaltquoten auswerten, bevor eine endgültige Entscheidung fällt.






