27 April 2026, 12:14

Arbeitsmarktkontrollen in Sachsen-Anhalt brechen dramatisch ein – nur noch jede zweite Prüfung

Eine Liniendiagramm, das die Löhne in den Vereinigten Staaten zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Arbeitsmarktkontrollen in Sachsen-Anhalt brechen dramatisch ein – nur noch jede zweite Prüfung

Arbeitsmarktkontrollen in Sachsen-Anhalt seit drei Jahren deutlich geschwächt

Die Überwachung von Arbeitsbedingungen in Sachsen-Anhalt hat in den vergangenen drei Jahren spürbar nachgelassen. Die Kontrollen durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) sind seit 2022 stark zurückgegangen. Gleichzeitig nehmen die Debatten über faire Löhne und strengere Prüfungen vor der geplanten Erhöhung des Mindestlohns im Jahr 2027 an Fahrt auf.

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Noch 2022 hatte die FKS in Sachsen-Anhalt 1.598 Betriebe überprüft. Bis 2025 sank diese Zahl auf nur noch 691 – weniger als die Hälfte des ursprünglichen Werts. Damit liegt die Kontrolldichte aktuell bei 42,4 Prozent des Niveaus von vor drei Jahren. Zwar gab es 2025 einen leichten Anstieg (691 Prüfungen gegenüber 677 im Jahr 2024), doch der Gesamttrend bleibt rückläufig.

Der Rückgang der Kontrollen fällt mit einem Schrumpfen der Betriebszahlen in der Region zusammen. Waren es 2022 noch 65.738 Unternehmen, sank die Zahl bis 2025 auf 62.211. Dennoch bedeutet die aktuelle Kontrollpraxis, dass ein durchschnittlicher Betrieb statistisch nur alle 90 Jahre mit einer FKS-Prüfung rechnen muss. In der Landwirtschaft ist die Situation noch extremer: 2025 wurden lediglich neun von 2.105 Höfen kontrolliert – im Schnitt also nur alle 234 Jahre.

Lohnungerechtigkeiten verschärfen den Druck auf strengere Kontrollen Der gesetzliche Mindestlohn in Sachsen-Anhalt liegt derzeit bei 13,90 Euro, ab 2027 soll er auf 14,60 Euro steigen. Dennoch verdienen 23,3 Prozent aller Beschäftigten weniger als 15 Euro pro Stunde. In nicht tarifgebundenen Betrieben ist die Kluft noch größer: Hier erhalten 35 Prozent der Mitarbeiter unter 15 Euro.

Die geplante Lohnerhöhung 2027 wird die Diskussionen über Durchsetzung und faire Bezahlung voraussichtlich weiter anheizen. Angesichts der historisch niedrigen Kontrollquoten herrscht bei Arbeitnehmern und Unternehmen gleichermaßen Unsicherheit über die Einhaltung der Vorschriften. Der gleichzeitige Rückgang von Betriebszahlen und Kontrollen deutet zudem auf tiefgreifendere wirtschaftliche Verschiebungen in der Region hin.

Quelle