Apothekenreform 2026: Kampf um lokale Versorgungsgarantie und faire Vergütung
Miriam AlbrechtApothekenreform 2026: Kampf um lokale Versorgungsgarantie und faire Vergütung
Die Debatten über die Apothekenreform in Deutschland haben an Schärfe gewonnen, da zentrale Fragen weiterhin ungelöst sind. Im Mittelpunkt der jüngsten Bundestagsberatungen steht die Sicherstellung der Arzneimittelversorgung durch lokale Apotheken bei gleichzeitiger Abfederung finanzieller Risiken für Apothekerinnen und Apotheker. Die CDU-Politikerin Simone Borchardt hat Prioritäten skizziert, darunter Festgebühren, Rabattregelungen und den digitalen Zugriff auf Patientenakten.
Die Festbetragsregelung – ein geplantes System fester Vergütungssätze – ist zu einem zentralen Thema der für 2026 geplanten Apothekenreform avanciert. Öffentliche Anhörungen Anfang 2026 brachten Bedenken hinsichtlich des Überlebens ländlicher Apotheken und der nationalen Arzneimittelversorgungssouveränität zum Ausdruck. Der PHAGRO-Verband schlug vor, den Großhandel zu stärken, die Vergütung anzupassen und ausländische Versandapotheken stärker zu regulieren, um die heimischen Apotheken zu entlasten.
Borchardt betonte, dass Apotheker keine finanziellen Nachteile durch die Null-Retaxationspolitik tragen dürften. Gleichzeitig warnte sie vor einer Ausweitung des Zugangs für Versand- oder ausländische Online-Apotheken und pochte darauf, lokale Apotheken besonders zu schützen. Ein weiteres zentrales Anliegen ist die Gewährung eines vollständigen Lese- und Schreibzugriffs auf die elektronische Patientenakte (ePA), um gefährliche Wechselwirkungen von Medikamenten zu vermeiden.
In der kommenden Woche sollen die Verhandlungen vorankommen, wobei Borchardt ankündigte, die Feinabstimmung der Reformdetails stehe im Fokus. Noch ungeklärt bleibt die Vertretung der Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA), während ein übergeordnetes Ziel darin besteht, mehr Medikamente in Apotheken statt in Drogeriemarktketten zu halten.
Die Reform zielt darauf ab, Kostendämpfung mit der Unterstützung lokaler Apotheken in Einklang zu bringen. Sollten die Pläne zu Festgebühren, digitalen Akten und Versandbeschränkungen verabschiedet werden, könnte sich die Art und Weise, wie Patientinnen und Patienten in Deutschland an Medikamente gelangen, grundlegend ändern. Mit dem Fortschreiten der parlamentarischen Beratungen in den nächsten Tagen wird mit weiteren Klarstellungen gerechnet.






