Apothekenprotest 2026: Baden-Württemberg blockiert bundesweite Schließungen – Empörung bei Apothekern
Miriam AlbrechtApothekenprotest 2026: Baden-Württemberg blockiert bundesweite Schließungen – Empörung bei Apothekern
Apotheken in ganz Deutschland sollten am 23. März 2026 schließen – als Teil eines bundesweiten Protests. Die von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) organisierte Aktion zielte darauf ab, mehr wirtschaftliche Unterstützung für die Branche durchzusetzen. Doch in Baden-Württemberg stoppte das Sozialministerium des Landes die Schließungen überraschend – was bei den Apothekerinnen und Apothekern vor Ort auf massive Kritik stieß.
Die ABDA hatte den Protest am 18. März 2026 bekannt gegeben, nachdem ihre Mitgliederversammlung für die Aktion gestimmt hatte. Geplant waren die Schließung der regulären Apotheken – Notdienste sollten jedoch aufrechterhalten bleiben – sowie Kundgebungen in Berlin, Hannover, München und Düsseldorf. In einer Resolution forderte der Verband stärkere Bundeshilfen für Apotheken und startete parallel die Kampagne "Uns gibt es nicht zum Nulltarif!" sowie eine Online-Petition.
In Baden-Württemberg griff das Sozialministerium jedoch ein und untersagte die Schließungen. Die Pharmazeutisch-technische Assistentin Ariel Wagner nannte den Schritt "empörend" und warf dem Ministerium vor, die Protestdynamik im Land zu schwächen. Wagner kritisierte zudem, dass die ABDA-Aufrufe zur Einheit unterlaufen würden, und bezeichnete die Situation als "skandalös".
Auch der Konstanz Apotheker Daniel Hölzle zeigte sich verärgert. Er warf der Landesapothekerkammer (LAK) und dem Landesapothekerverband (LAV) vor, die rechtliche Haltung des Ministeriums nicht anzufechten. Hölzle ging noch weiter und forderte den Rücktritt des LAV-Vorstands. Seine eigene Tiergarten-Apotheke in Konstanz wird am 23. März dennoch schließen, während seine Kaufland-Apotheke in Singen nur mit reduzierten Öffnungszeiten arbeiten wird.
Als Stadtrat in Konstanz plant Hölzle, mit regionalen Medien wie dem "Südkurier" zusammenzuarbeiten, um die Proteste in der Öffentlichkeit präsent zu halten.
Während der Protest in den meisten Bundesländern wie geplant stattfindet, steht Baden-Württembergs Apotheken nun ein gespaltenes Vorgehen bevor: Einige, wie die von Hölzle, werden schließen oder ihre Öffnungszeiten kürzen, andere müssen regulär geöffnet bleiben. Die ABDA-Kampagne geht indes weiter – mit Kundgebungen und Petitionen am 23. März.






