Apothekenbranche vor neuen Tarifverhandlungen: Löhne stehen auf dem Prüfstand
Miriam AlbrechtApothekenbranche vor neuen Tarifverhandlungen: Löhne stehen auf dem Prüfstand
Löhne im deutschen Apothekensektor stehen vor erneuten Veränderungen, da wichtige Tarifverträge auslaufen. Der gesetzliche Mindestlohn ist bereits auf 13,90 Euro im Jahr 2026 gestiegen, für 2027 ist eine weitere Anhebung auf 14,60 Euro geplant. Nun bereiten sich Gewerkschaften und Arbeitgeber auf neue Verhandlungen vor, nachdem die aktuellen Vereinbarungen noch in diesem Jahr auslaufen.
Die jüngste Erhöhung des Mindestlohns auf 13,90 Euro im Jahr 2026 hat die jährlichen Kosten pro Apotheke um etwa 700 Euro steigen lassen. Bereits zuvor hatte eine dreiprozentige Lohnerhöhung im Rahmen früherer Tarifabschlüsse die Betriebe im Schnitt mit 9.500 Euro pro Jahr zusätzlich belastet.
Die bestehenden Verträge laufen nun aus: In Nordrhein-Westfalen endet die TGL-Vereinbarung am 30. Juni 2026 nach 18 Monaten. Gleichzeitig läuft der bundesweite Adexa-ADA-Tarifvertrag am 31. Dezember 2026 aus – ebenso wie das regionale Abkommen in Sachsen.
Die Gewerkschaft Adexa bereitet sich auf die anstehenden Verhandlungen vor. Vorstandsmitglied Andreas May bestätigte, dass die Gespräche beginnen werden, sobald die aktuellen Verträge auslaufen. Die Gewerkschaft hat deutlich gemacht, dass sie weitere Lohnerhöhungen durchsetzen will.
Apotheken haben bereits unter den steigenden Kosten durch frühere Tarifabschlüsse und Mindestlohnerhöhungen zu kämpfen. Mit dem Auslaufen der Verträge mittels und Ende 2026 werden die anstehenden Verhandlungen über die künftigen Lohnsätze entscheiden. Die nächste Runde könnte weitere Veränderungen bei den Arbeitskosten im Sektor mit sich bringen.






