Apothekenbranche altert rasant: Droht ein massiver Fachkräftemangel bis 2039?
Ida SchmitzApothekenbranche altert rasant: Droht ein massiver Fachkräftemangel bis 2039?
Deutsche Apotheken stehen vor wachsender Herausforderung: Ältere Beschäftigte gehen in Rente
Fast ein Drittel der Apothekerinnen und Apotheker in Deutschland ist heute 56 Jahre oder älter – ein Anteil, der deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt liegt. Diese Entwicklung wirft Fragen auf: Wie soll der Sektor in den nächsten 15 Jahren den drohenden Fachkräftemangel bewältigen?
Laut Daten aus dem Jahr 2024 waren 30 Prozent der Apotheker in Deutschland 56 Jahre oder älter. Zum Vergleich: In der gesamten Erwerbsbevölkerung (15 bis 64 Jahre) gehörte nur etwa ein Viertel (24 Prozent) der Beschäftigten zur Altersgruppe 55 bis 64. Im EU-Durchschnitt lag der Anteil älterer Arbeitnehmer sogar bei nur 20 Prozent.
Besonders auffällig ist das Durchschnittsalter: Während Apotheker in öffentlichen Apotheken im Schnitt 48,4 Jahre alt sind, liegt das Durchschnittsalter von Apothekenleitern bei 53,6 Jahren. Die größte Gruppe – 13,5 Prozent der Belegschaft – ist zwischen 56 und 60 Jahre alt. Die Zahlen zeigen: Die Branche altert schneller als die meisten anderen Berufe im Land.
Bis 2039 werden voraussichtlich rund 13,4 Millionen deutsche Arbeitnehmer das gesetzliche Renteneintrittsalter von 67 Jahren erreicht haben. Für Apotheken bedeutet das: Ein erheblicher Teil erfahrener Fachkräfte wird den Beruf verlassen – mit möglichen Lücken in Versorgung und Expertise.
Die bevorstehende Rentenwelle unter älteren Apothekerinnen und Apothekern könnte den Sektor in den kommenden Jahren stark belasten. Da immer weniger junge Berufseinsteiger nachrücken, dürften viele Apotheken Schwierigkeiten haben, das aktuelle Servicelevel aufrechtzuerhalten. Die Daten unterstreichen, wie dringend strategische Personalplanung ist, um den absehbaren Fachkräftemangel abzufedern.






