Apotheken in Deutschland: Gute Versorgung – doch Fußgänger verlieren an Zugang
Miriam AlbrechtApotheken in Deutschland: Gute Versorgung – doch Fußgänger verlieren an Zugang
Die Apothekenversorgung in Deutschland bleibt trotz eines leichten Rückgangs in den letzten Jahren gut. Neue Daten zeigen, dass fast jeder weiterhin eine Apotheke innerhalb von 15 Minuten mit dem Auto erreichen kann. Dennoch gibt es weiterhin Bedenken hinsichtlich derer, die auf Fußwege angewiesen sind – seit 2020 müssen über 1,7 Millionen Menschen weitere Strecken zurücklegen.
Eine Studie des Iges-Instituts im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes ergab, dass 2025 voraussichtlich 99,9 Prozent der Bevölkerung innerhalb von 15 Autominuten eine Apotheke erreichen können. Nur etwa 73.000 Menschen – 0,1 Prozent der Bevölkerung – werden außerhalb dieses Radius leben. Gleichzeitig haben bereits fast zwei Drittel der Arztpraxen eine Apotheke in maximal zehn Gehminuten Entfernung, und über 90 Prozent sind mit dem Auto in fünf Minuten oder weniger erreichbar.
Die Zahl der Menschen, die keine Apotheke innerhalb von 15 Gehminuten erreichen können, ist seit 2020 um 1,7 Millionen gestiegen. Dennoch werden 2025 noch 42 Prozent der Bevölkerung eine Apotheke in dieser fußläufigen Distanz haben. Der Anteil derer, die eine Apotheke bereits in fünf Gehminuten erreichen, ist leicht gesunken – um 0,7 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent.
Die Schließung von Apotheken folgt klaren strukturellen Mustern: In Gebieten mit vielen bestehenden Apotheken ist die Schließungsrate höher, während Regionen mit weniger verbleibenden Standorten ein geringeres Risiko für weitere Verluste aufweisen. Der Krankenversicherer Barmer analysierte eigene Daten und bestätigte, dass Wettbewerb und lokale Marktbedingungen diese Entwicklungen prägen.
Die gesetzlichen Krankenkassen weisen Vorwürfe zurück, der Rückgang vor Ort führe zu einer schlechteren Arzneimittelversorgung. Dennoch fordert der GKV-Spitzenverband Reformen bei der Apothekenvergütung, um die flächendeckende Verfügbarkeit zu sichern.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die meisten Menschen in Deutschland weiterhin schnellen Zugang zu Apotheken haben – insbesondere mit dem Auto. Die verschlechterte Erreichbarkeit zu Fuß zeigt jedoch wachsende Lücken für diejenigen auf, die kein Fahrzeug nutzen. Mit der Forderung nach Vergütungsreformen will der GKV-Spitzenverband weitere Schließungen verhindern und eine breite Versorgung erhalten.






