05 March 2026, 08:09

Anti-Duckface-Tag: Wie eine humorvolle Aktion gegen den Schmollmund-Trend polarisiert

Ein Plakat für die New York Herald vom 14. März, das eine Karikatur einer Frau mit menschlichem Gesicht zeigt und einen Text enthält, der ein Ereignis beschreibt.

Anti-Duckface-Tag: Wie eine humorvolle Aktion gegen den Schmollmund-Trend polarisiert

Spielerischer Protest gegen den "Duckface"-Selfie-Trend gewinnt online an Fahrt

Der Anti-Duckface-Tag, ins Leben gerufen vom deutschen Comedy-Trio Y-TITTY, setzt sich mit humorvollen Mitteln gegen die beliebte Schmollmund-Pose durch – und ermutigt stattdessen zum Tragen eines augenzwinkernden Abzeichens. Die seit 2011 jährlich am 22. Juli stattfindende Aktion hat seither Tausende Teilnehmer mobilisiert.

Die "Duckface" – ein übertrieben schmollender oder küssender Mund – erlebte in den mittleren 2000er-Jahren ihren Aufstieg, vor allem auf Plattformen wie MySpace und Facebook. Prominente wie Paris Hilton, Kim Kardashian und Miley Cyrus machten die Pose in Selfies populär und verwandelten sie so in ein weitverbreitetes Internet-Phänomen, besonders unter jungen Social-Media-Nutzern.

Kritiker, darunter das Duden-Wörterbuch und das Trendbüro, bezeichneten die Pose jedoch als albern und übertrieben. Als Reaktion entstand die Anti-Duckface-Bewegung, komplett mit eigenem Blog unter antiduckface.com und einer Facebook-Seite. Beim ersten Anti-Duckface-Tag 2011 tauschten rund 21.000 Nutzer ihr Profilbild gegen ein entsprechendes Abzeichen aus.

Die Macher von Y-TITTY veröffentlichten sogar eine Hymne auf YouTube, um die Aktion zu bewerben. Trotz des humorvollen Ansatzes spiegelt die Kampagne eine grundsätzliche Kritik an einem als überholt empfundenen Online-Trend wider. Der Termin am 22. Juli fällt übrigens mit dem "Pi-Näherungstag" zusammen – eine Hommage an Archimedes' Berechnung von π als 22/7.

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Interessanterweise zeigen Studien, dass Frauen, die auf Dating-Plattformen wie OkCupid die Duckface nutzen, mehr Nachrichten erhalten als andere. Dieser Widerspruch fügt der Debatte über den Reiz – und die Absurdität – der Pose eine weitere Ebene hinzu.

Der Anti-Duckface-Tag bleibt ein ironischer Protest gegen einen einst dominierenden Social-Media-Trend. Mit einer Mischung aus Humor und Gesellschaftskritik hält die Aktion die Diskussion über Selbstdarstellung im Netz am Laufen. Die Duckface selbst bleibt indes ein polarisierendes Thema – zwischen begeisterten Anhängern und spöttischen Kritikern.