Anna Netrebkos triumphale Rückkehr an der Berliner Staatsoper löst Proteste aus
Miriam AlbrechtAnna Netrebkos triumphale Rückkehr an der Berliner Staatsoper löst Proteste aus
An der Berliner Staatsoper feierte eine Neuinszenierung von Un ballo in maschera Premiere – mit der Sopranistin Anna Netrebko in der Hauptrolle. Die Uraufführung löste sowohl begeisterten Applaus als auch Proteste vor dem Opernhaus aus. Rund 50 Demonstranten versammelten sich mit ukrainischen Fahnen, um ihren Widerstand zum Ausdruck zu bringen.
Die Vorstellung markierte Netrebkos Rückkehr auf die Berliner Bühne nach ihrem letzten Auftritt im Sommer 2023. Diesmal übernahm sie die Rolle der Amelia in Verdis Oper und erntete für ihre gesangliche Leistung überschwängliches Lob vom Publikum. Sowohl die Musiker als auch die Sänger erhielten bei den Vorhangrufen langanhaltenden Beifall.
Draußen skandierten die Protestierenden Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Die Demonstration spiegelte anhaltende Kritik an Netrebkos früheren Verbindungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin wider – insbesondere nach ihrer Feier zum 50. Geburtstag im Moskauer Kreml 2021. Die Kontroverse verschärfte sich nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022.
Intendantin Elisabeth Sobotka ging auf die Bedenken ein und betonte, Netrebko habe sich öffentlich von Russland distanziert und sei seit Kriegsbeginn nicht dorthin zurückgekehrt. Die Sopranistin, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, war bereits in der Spielzeit 2024–2025 an renommierten Häusern wie der Wiener Staatsoper und dem Bayerischen Staatsoper in München wieder aufgetreten. Bis 2026 hatte sich die öffentliche Debatte in Deutschland gewandelt: Die Medien konzentrierten sich zunehmend auf ihr künstlerisches Comeback statt auf die früheren politischen Auseinandersetzungen.
Die Premiere von Un ballo in maschera unterstrich sowohl Netrebkos anhaltende Popularität als auch die fortbestehenden Spannungen um ihre Person. Während ihre Darstellung im Opernhaus mit warmem Applaus bedacht wurde, zeigte der Protest draußen, dass ihre früheren Verbindungen weiterhin umstritten sind. Die Entscheidung der Staatsoper, sie zu engagieren, steht für einen größeren Trend europäischer Bühnen, die Sopranistin nach Jahren der Debatte wieder in ihr Programm aufzunehmen.






