26 March 2026, 18:09

Alexander Kluge – ein Visionär der deutschen Kultur ist tot

Altes Buch mit dem Titel "Bibliothèque Universelle de Genève" offen und zeigt Text.

Alexander Kluge – ein Visionär der deutschen Kultur ist tot

Der Pionier des Films, Schriftsteller und Fernsehproduzent Alexander Kluge ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Seine Familie bestätigte die Nachricht über den Suhrkamp Verlag und setzte damit dem Leben eines Mannes ein Ende, das ganz dem Erzählhandwerk und kultureller Innovation gewidmet war. Kluges Schaffen umfasste Recht, Kino, Literatur und Medien – sein Wirken prägte die deutsche Kultur nachhaltig.

1931 in Halberstadt geboren, überlebte Kluge als Dreizehnjähriger einen alliierten Luftangriff auf seine Heimatstadt. Nach einem Jurastudium wandte er sich der Filmkunst zu und revolutionierte mit seinem 1966 erschienenen Werk "Abschied von gestern" das moderne Kino. Der Film, geprägt von kühner Ästhetik und gesellschaftskritischen Untertönen, brachte ihm früh Anerkennung ein.

1981 veröffentlichte er gemeinsam mit dem Soziologen Oskar Negt das Buch "Geschichte und Eigensinn", eine Abhandlung über Widerstand und historischen Wandel. Seine Neugierde trieb ihn auch zum Fernsehen: Er erkannte früh das Potenzial der aufkommenden privaten Sender in Deutschland. 1987 gründete er mit anderen die Produktionsfirma dctp, die wissenschaftliche und kulturelle Formate für die neuen Kanäle lieferte.

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Für sein Lebenswerk erhielt Kluge einige der höchsten Auszeichnungen Deutschlands: den Büchner-Preis, den Kleist-Preis, den Adorno-Preis sowie das Große Verdienstkreuz. 2010 wurde ihm der Adolf-Grimme-Preis für seine Verdienste um den Rundfunk verliehen. Seine Stimme – wörtlich wie künstlerisch – wurde zu einer Ikone der deutschen Medienlandschaft.

Kluges Tod hinterlässt ein gewaltiges Œuvre, das Film, Literatur und Fernsehen prägte. Seine Leidenschaft für Geschichten und Geschichte inspirierte Generationen von Künstlern und Denkern. Die Kulturwelt wird ihn als scharfsinnigen Intellektuellen, mutigen Visionär und als jemanden in Erinnerung behalten, der unzählige Stimmen zum Leben erweckte.

Quelle