AfD strebt über 20 Prozent bei Baden-Württembergs Landtagswahl an – ohne Spitzenkandidat
Miriam AlbrechtAfD beendet Wahlkampf in Rottweil - AfD strebt über 20 Prozent bei Baden-Württembergs Landtagswahl an – ohne Spitzenkandidat
Die Alternative für Deutschland (AfD) hat ihren Wahlkampf für die Landtagswahl in Baden-Württemberg abgeschlossen. Die Parteiführung strebte ein starkes Ergebnis an und peilt mehr als 20 Prozent der Stimmen an. Ihre Abschlusskundgebung fand jedoch ohne den Landesvorsitzenden und potenziellen Ministerpräsidentenkandidaten Markus Frohnmaier statt, der sich zu diesem Zeitpunkt in den USA aufhielt.
Im Mittelpunkt des AfD-Wahlkampfs standen die Themen Sicherheit, Migration sowie die Unzufriedenheit mit der Bundespolitik. Umfragen deuten darauf hin, dass sich ihre Unterstützung seit 2021 fast verdoppelt hat – von 9,7 Prozent auf aktuell rund 18 bis 19 Prozent in den Prognosen für 2026.
Die Strategie der AfD basierte auf scharfer Kritik an der amtierenden Landesregierung. Co-Parteichef Tino Chrupalla warf den regierenden Parteien vor, mit falscher Politik die Wirtschaft der Region zu schwächen. Zudem nutzte die Partei die Unzufriedenheit der Wähler aus, insbesondere nach Vorfällen wie der polizeilichen Tötung eines Mannes 2024, die Debatten über Sicherheit und Migration anheizte.
Ihr Kurs unterschied sich deutlich von dem der CDU unter Manuel Hagel, die wirtschaftliche Stabilität in den Vordergrund stellte, sowie von den Grünen, deren Spitzenkandidat Cem Özdemir auf Dialog bei Migrationsfragen setzte. Der Aufstieg der AfD fiel zusammen mit einem generellen Rechtsruck, der durch Figuren wie Björn Höcke befördert wurde – auch wenn interne Probleme wie Vorwürfe der Vetternwirtschaft für Kritik sorgten.
Die AfD gewann an Zuspruch, nachdem sie massiv in Kommunikation investiert und die Frustration über die Ampel-Koalition auf Bundesebene ausgenutzt hatte. Wirtschaftliche Unsicherheit und Politikverdrossenheit festigten ihre Position weiter und etablierten sie als starke dritte Kraft im Land.
Mit deutlich höheren Umfragewerten als 2021 geht die AfD in die Wahl. Ihr Wahlkampf verband aggressive Rhetorik in den Bereichen Migration und Sicherheit mit dem Anspruch, mehr Einfluss auf die Landespolitik zu nehmen. Die endgültigen Ergebnisse werden zeigen, ob die Partei ihr selbstgestecktes Ziel von über 20 Prozent erreicht hat.






