03 April 2026, 04:09

AfD startet "Messer-App": Wie Berlin mit steigender Gewalt und Datenlücken kämpft

Grafik, die die Tötungsdelikte nach Alter des Täters und Waffengebrauch von 1976 bis 2004 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

AfD startet "Messer-App": Wie Berlin mit steigender Gewalt und Datenlücken kämpft

Der Berliner Landesverband der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) hat die steigende Messergewalt zum zentralen Thema seines Wahlkampfs gemacht. Die Partei wirft der regierenden Koalition in der Hauptstadt vor, keine klaren Daten zu gewalttätigen Straftaten zu veröffentlichen. Mit ihrer neu eingeführten "Messer-App" erfasst die AfD nun polizeilich gemeldete Vorfälle, Verletzungen und Tatorte in ganz Berlin.

Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 3.412 Messerangriffe – ein Anstieg von 5,5 Prozent im Vergleich zu 2023. Gleichzeitig nahm auch die Schusswaffenkriminalität zu: 2025 verzeichnete die Statistik einen Anstieg der Waffendelikte um 68 Prozent.

Die AfD argumentiert, dass ein Vergleich zwischen Polizeiberichten und offiziellen Kriminalstatistiken eine besorgniserregende Lücke offenbare. Zwar bestätigen öffentliche Quellen mindestens zwei viel beachtete Verurteilungen wegen Messerangriffen im Jahr 2024 – darunter eine 13-jährige Haftstrafe für einen islamistischen Angriff am Holocaust-Mahnmal und sechs Jahre Gefängnis für einen tödlichen Messerangriff in der U-Bahn –, doch fehlen umfassende Daten zu den Gesamtverurteilungsraten.

Berlin bleibt eines der wenigen Bundesländer, das die Nationalitäten von Tatverdächtigen bei Messerangriffen nicht veröffentlicht. Die AfD-Fraktionsvorsitzende Kristin Brinker wirft der Koalitionsregierung vor, Informationen zurückzuhalten, und fordert mehr Transparenz. Die neue "Messer-App" der Partei soll diese Lücke schließen, indem sie Vorfälle und Verletzungen in Echtzeit erfasst und kartografiert.

Die Linke kritisiert den Ansatz der AfD scharf und wirft der Partei vor, gezielt Ängste zu schüren und die Stimmung gegen Migranten anzuheizen. Trotz der Kritik beharrt die AfD darauf, dass ihre Initiative die Behörden dazu drängen werde, detailliertere Kriminalstatistiken zu veröffentlichen – einschließlich der Herkunft der Tatverdächtigen.

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Die Debatte über Messergewalt in Berlin dreht sich nun vor allem um die Transparenz von Daten. Während die AfD-App den Anstieg der Angriffe dokumentiert, warnen Kritiker, dass das Tool gesellschaftliche Spaltungen vertiefen könnte. Angesichts der ebenfalls steigenden Schusswaffenkriminalität wächst der Druck auf die Regierung, die öffentlichen Sicherheitsbedenken ernst zu nehmen und die Berichterstattung zu verbessern.

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