13 February 2026, 06:14

AfD in der Nepotismus-Krise: Warum fast die Hälfte der Abgeordneten betroffen ist

Ein Mann sitzt auf einem Stuhl mit einer Krone auf dem Kopf, neben ihm steht eine andere Person, und unten steht Text: "Politische Spielzeuge für Prostituierte Patrioten".

Frohnmaier weist Vorwürfe der Vetternwirtschaft zurück - AfD in der Nepotismus-Krise: Warum fast die Hälfte der Abgeordneten betroffen ist

Markus Frohnmaier, Spitzenkandidat der AfD für die bevorstehende Landtagswahl in Baden-Württemberg, gerät wegen Vorwürfen der Vetternwirtschaft in die Kritik. Im Mittelpunkt steht die Beschäftigung seiner Ehefrau bei einem AfD-Abgeordneten. Frohnmaier betont, die Anstellung sei einwandfrei und solle allein nach Leistung bewertet werden.

Gleichzeitig mehren sich ähnliche Vorwürfe gegen die politische Partei: Berichten zufolge sollen familiäre Verbindungen bei der Besetzung von Stellen unter ihren Bundestagsabgeordneten weit verbreitet sein.

Frohnmaier bestätigte, dass seine Frau für Johann Martel, einen AfD-Bundestagsabgeordneten, arbeitet. Auf Nachfrage argumentierte er, ihre Tätigkeit sei nicht zu beanstanden. Stattdessen bestehe er darauf, dass jede politische Personalentscheidung individuell und nach Qualifikationen beurteilt werden müsse.

Das Problem beschränkt sich jedoch nicht auf Frohnmaier. Ermittlungen deuten darauf hin, dass bis zu 72 der 151 AfD-Bundestagsabgeordneten – fast die Hälfte – von familiären Beschäftigungsnetzwerken in Sachsen-Anhalt profitieren könnten. Die Positionen reichen von Führungsaufgaben bis hin zu Beraterfunktionen innerhalb der Parteistrukturen. Bekannte Beispiele sind der Vater von Ulrich Siegmund, der für Thomas Korell in Sachsen-Anhalt arbeitet, sowie Geschwister und die Ehefrau von Tobias Rausch, die bei Claudia Weiss angestellt sind.

Auch in Rheinland-Pfalz steht Alexander Jungbluth in diesem Zusammenhang in der Kritik, nachdem er die Tochter von Irmhild Boßdorf eingestellt hatte. Dieses Muster wirft Fragen zur Transparenz und Fairness in den Personalpraktiken der Partei auf.

Besonders unter die Lupe genommen wird der AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt, wo mehrere Fälle von Angehörigen in politischen Funktionen dokumentiert sind. Frohnmaiers Rechtfertigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Partei mit Vorwürfen der Bevorzugung innerhalb ihrer Reihen kämpft.

Die Enthüllungen zeigen ein wiederkehrendes Muster familiärer Verflechtungen bei AfD-Beschäftigungen. Da fast die Hälfte ihrer Bundestagsabgeordneten möglicherweise betroffen ist, steht die Partei nun unter Druck, die Nepotismus-Vorwürfe aufzuarbeiten. Wie sie damit umgeht, könnte das Vertrauen der Öffentlichkeit vor den entscheidenden Landtagswahlen beeinflussen.