60 Sparvorschläge fürs Gesundheitssystem: Wer zahlt die Zeche für die Reformen?
Lotta Brandt60 Sparvorschläge fürs Gesundheitssystem: Wer zahlt die Zeche für die Reformen?
Gesundheitsfinanzierungskommission stellt am Montag 60 Sparvorschläge für das deutsche Gesundheitssystem vor
Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK, fordert strukturelle Reformen, um die Ausgaben und Einnahmen im Gesundheitswesen auszugleichen – ohne dabei die Versorgungsqualität zu beeinträchtigen. Sie betont, dass Veränderungen vermeiden müssen, sozial Schwache wie ältere Menschen, chronisch Kranke oder einkommensschwache Patientinnen und Patienten unzumutbar zu belasten.
Bentele lehnt Maßnahmen entschieden ab, die die finanzielle Belastung der Versicherten erhöhen würden. Höhere Zuzahlungen für Medikamente oder die Wiedereinführung von Praxisgebühren weist sie zurück, da diese vor allem die Schwächsten treffen würden. Auch Pläne, die beitragsfreie Familienversicherung abzuschaffen, lehnt sie ab – mit der Begründung, dass dies Frauen und Haushalte mit geringem Einkommen überproportional belasten würde.
Stattdessen schlägt Bentele eine gerechtere Verteilung der Kosten vor. Sie regt an, die Beitragsbemessungsgrenze für die Krankenversicherung anzuheben und die Arten der Einkünfte, die beitragspflichtig sind, zu erweitern. Zudem solle der Bund gesellschaftlich relevante Ausgaben im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung übernehmen. Zusätzlich empfiehlt sie, dass Leistungserbringer vorübergehend auf Ausgabensteigerungen verzichten, um die finanzielle Lage zu entlasten.
Der VdK erwartet, dass die Vorschläge der Kommission die Belastung der Beitragszahler verringern, ohne das aktuelle Leistungsniveau zu senken. Bentele macht deutlich, dass Reformen die Rechte der Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung wahren müssen – ohne Kürzungen bei essenziellen Leistungen.
Die Empfehlungen der Kommission werden am Montag veröffentlicht. Bentele setzt sich für Reformen ein, die Fairness und Nachhaltigkeit in den Vordergrund stellen. Ihre Vorschläge zielen darauf ab, die Finanzierungsstrukturen anzupassen, statt Leistungen zu kürzen oder Kosten auf die Patientinnen und Patienten abzuwälzen. Die Ergebnisse werden mitentscheiden, wie Deutschland in den kommenden Jahren die Balance zwischen Bezahlbarkeit und Qualität im Gesundheitswesen hält.






