16 March 2026, 04:08

16-Jährige wählen erstmals in Baden-Württemberg – und überraschen mit klaren Präferenzen

Ein Plakat an einer Wand mit zwei Kindern, die nebeneinander stehen, eines hält einen Ball und die Schrift "Stimme gegen Alkohol" in fetter, schwarzer Schrift.

16-Jährige wählen erstmals in Baden-Württemberg – und überraschen mit klaren Präferenzen

Zum ersten Mal haben in Baden-Württemberg auch 16-Jährige an einer Landtagswahl teilgenommen. Bei der Abstimmung am 8. März gaben rund 650.000 Erstwähler ihre Stimme ab – darunter 180.000 Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren. Ihre politischen Präferenzen wichen deutlich von denen älterer Wählergruppen ab: Die CDU, die AfD und Die Linke erhielten bei den jungen Wählern mehr Unterstützung, als es die Gesamtauszählung widerspiegelte.

Die Wahl 2026 markierte einen historischen Einschnitt, da das Wahlalter von 18 auf 16 Jahre gesenkt wurde. Schulen entwickelten sich zu zentralen Orten des Wahlkampfs, in denen Schüler wie Vilja Wagner ihre politischen Optionen erkundeten. Sie nutzte den Wahl-O-Mat, um ihre eigenen Positionen mit den Parteiprogrammen zu vergleichen, und fühlte sich besonders von den Forderungen der Linken nach günstigerem Nahverkehr und einem Ausbau der Abtreibungsangebote angesprochen.

Eine simulierte Wahl in ihrer Klasse offenbarte eine deutliche geschlechtsspezifische Spaltung: Viele männliche Mitschüler tendierten zur CDU. Dieses Muster spiegelte sich auch in den landesweiten Trends wider. Bei den jungen Wählerinnen lag Die Linke mit fast 24 Prozent vorn, während junge Männer eher CDU und AfD wählten – jeweils mit 16,1 Prozent. Forscher wie Rüdiger Maas vom Institut für Generationenforschung führten diese Kluft auf die starke feministische Ausrichtung der Linken zurück.

Die Wähler gaben diesmal zwei Stimmen ab – eine für den Direktkandidaten, eine für die Landesliste einer Partei. Die Wahlbeteiligung stieg auf 69,6 Prozent, wobei es für die 16-Jährigen keine Vergleichsdaten aus früheren Wahlen gab. Ihre Präferenzen unterschieden sich deutlich vom Gesamtergebnis, in dem die Grünen 30,2 Prozent, die CDU 29,7 Prozent und die AfD 18,8 Prozent erreichten.

Die Wahlergebnisse zeigen eine klare generationen- und geschlechtsspezifische Polarisierung unter den Erstwählern. Während junge Frauen Die Linke bevorzugten, neigten junge Männer eher zu CDU und AfD – eine Tendenz, die sie von älteren Wählergruppen abhebt. Angesichts der gestiegenen Wahlbeteiligung könnten diese neuen Wähler künftige Landtagswahlen in Baden-Württemberg maßgeblich prägen.

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